Information über die Gründe einer möglichen Auflösung der DLRG Ortsgruppe Kordel e.V

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

wir haben diesen Weg gewählt um Sie zu informieren, da die Existenz der DLRG Ortsgruppe Kordel e.V am seidenen Faden hängt. Das es zu einer derartigen Situation in einem Verein kommt, der sich weder über Nachwuchs, Ausbilder oder Anzahl der Einsatzkräfte beschweren kann, bedarf einer längeren Ausführung. Wir möchten Sie deshalb bitten, sich die Zeit zum Lesen zu nehmen um die Gründe zu verstehen, die dazu führen könnten, dass unsere Einsatzkräfte im Einsatzfall aber auch unsere Ausbilder für die Ausbildung ihrer Kinder nicht mehr zur Verfügung stehen.

 

Die derzeitigen Probleme, lassen für uns und die in unserem Verein tätigen Schwimmausbilder und Einsatzkräfte, die großen Reden über „Die Förderung des Ehrenamtes“ wie eine Farce aussehen. 

 

Die Wassertemperatur im Kordeler Kylltalbad lässt seit dem Abbau der Wärmepumpe nach dem Brand nicht zu, dass Kurse mit kleinen Kindern, die das Schwimmen erst erlernen sollen, durchgeführt werden können. Selbst der Anfängerschwimmunterricht gestaltet sich schwierig. Daher führten diese Kurse in der Winterzeit in das Schulhallenbad nach Speicher durch. Aufgrund des Beschlusses, dortige Schule zu schließen, fällt das Bad in die Trägerschaft der Verbandsgemeinde Speicher. Hier werden zukünftig Nutzungsgelder anfallen. Die Beträge, über die bereits diskutiert wurde, stehen weit über unseren finanziellen Möglichkeiten.

 

Die DLRG Kordel unterhält außerdem eine Wasserrettungseinheit, die seit Jahren die Wasserrettung in unserem Ort abgedeckt, für den Hochwasserschutz zur Verfügung steht und auch im weiteren Zugriff die gesamte Wasserrettung in der Verbandsgemeinde Trier-Land unterstützt. Des Weiteren unterhalten wir eine Fachgruppe Strömungsrettung mit Spezialisierung der seiltechnischen Rettung in schwer zugänglichem Gelände, die seit fünf Jahren für die umliegenden Kreise und der VG Trier-Land zur Verfügung steht und auch seitens der Feuerwehr oder der Polizei mehrfach eingesetzt wurde. Übungen mit verschiedenen Feuerwehren der VG, die in der Fachgruppe Absturzsicherung tätig sind, wurden mehrfach durchgeführt.

 

In den letzten 14 Jahren haben wir über 100.000 € seitens unserer Ortsgruppe in diese Wasserrettungseinheit investiert. Beach Party, Dienst an der Kirmes, „Gullireinigung“ (Einläufe) und Ausbildungstätigkeit brachten das Geld für den Aufbau und sichern uns die 7.000 € Unterhaltungskosten, die wir jährlich benötigen. Förderungen erhielten wir weder vom Land noch von den Kreisen oder der Verbandsgemeinde. Eine vor 2 Jahren seitens des Verbandsbürgermeisters zugesagte Aufwandsentschädigung (ohne eine Anfrage unsererseits) wurde nie gezahlt !

 

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützte uns lediglich die Ortsgemeinde Kordel in den letzten Jahren und stellte uns für 150 € jährlich einen Teil einer unbeheizten ehemaligen Getränkelagerhalle für die Unterbringung unserer beiden Fahrzeuge, der beiden Boote, des Anhängers und unseres Einsatzmaterials zur Verfügung. In den Wintermonaten, haben wir das Problem, das unsere Neoprenanzüge frieren und unser Einsatzmaterial in Mitleidenschaft gezogen wird. Nun soll diese Halle wegen des Projekts „Betreutes Wohnen“ jedoch abgerissen werden. Damit ergibt sich das Problem, dass wir eine entsprechende Halle für unsere Wasserrettung benötigen. Die Anmietung oder der Bau einer solchen Halle könnte von uns nicht finanziert werden und nur die Ortsgemeinde Kordel hat bis jetzt zugesagt uns zu unterstützen.

 

Bisher war es uns möglich Kleinkinderschwimmen, Anfängerschwimmen sowie Jugendschwimmen mit hunderten von Kindern aus Kordel und den umliegenden Gemeinden anzubieten, und darüber hinaus den Aufbau der gesamten Wasserrettung und die damit verbundene Unterhaltung dieser Einsatzmittel und Einsatzkräfte aus eigener Kraft/Mitteln zu tragen.

 

Mit der Notwendigkeit einer neuen Unterkunft, bei der von unserer Seite weder Miete noch Kauf möglich ist, ganz zu schweigen von der Unterhaltung, stoßen wir an unsere Grenzen. Gleiches gilt für die Bezahlung einer Sportstätte. Unsere Vorstandsmitglieder, Einsatzkräfte und Ausbilder fragen sich, ob es wirklich Sinn der Sache ist, im Verein immer mehr zusätzlich arbeiten zu müssen, damit man genügend Kapital bekommt um helfen bzw. ehrenamtlich arbeiten zu können… und die Antwort ist: Nein !

 

Im August dieses Jahres trugen wir das Hallenproblem dem Verbandsbürgermeister vor. Er versprach ein Treffen mit dem Landrat zu organisieren. Davon haben wir bisher nichts mehr gehört. Erfahren konnten wir lediglich, dass es anscheinend eine Problemerörterung zwischen der Führung der Feuerwehr Kordel und dem Verbandsgemeindebürgermeister gab. Unser Einsatzwert wurde von ihm kurzerhand auf unser Boot reduziert. Ein Boot für die Feuerwehr Kordel könnte für ihn scheinbar die Lösung des Problems sein. Hieraus resultiert dann aber auch, dass die VG alle Kosten für die Ausbildung, Fortbildung, das Material und die Wartung selbst tragen müsste. Das Vorhalten unseres Materials ohne zukünftige Einsätze wäre vor unseren Mitgliedern nicht mehr zur Rechtfertigen.

 

Hier sei zu erwähnen, dass die Zusammenarbeit mit den Feuerwehren und insbesondere mit den Wehrleitern unserer Verbandsgemeinde, von unserer Seite sehr positiv zu werten ist. Die Führung der Feuerwehr Kordel (nicht die Feuerwehr Kordel!) bildet eine Ausnahme.

 

So wurde nach der letzten gemeinsamen Übung mit der Fachgruppe Absturzsicherung der VG Trier Land, die eigentlich sehr gut verlaufen war,  ein Gespräch zwischen unserem Technischen Leiter Einsatz und dem Leiter der Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr nötig, da hier falsche Zusammenhänge weitergetragen wurden. Darüber hinaus wurden uns die Fähigkeiten bzw. die Rechtmäßigkeit unseres Wirkens seitens des Kordeler Wehrführung abgesprochen. Selbst bei Einsätzen in unserem Ort wird von dieser Seite immer wieder versucht, die DLRG raus zu halten. Dieses Verhalten ist für uns seit Jahren nicht mehr nachvollziehbar und sorgt für großen Unmut bei unseren Einsatzkräften.

  

Des Weiteren mussten wir im letzten Jahr mit dem Finanzamt debattieren, ob unsere Einsatzfahrzeuge auch für andere Fahrten genutzt werden könnten und ob dafür Steuern zu zahlen sind. Wir wurden aufgefordert für Übungen auf der Mosel kostenpflichtige Genehmigungen für Wasserrettungsübungen zu beantragen, während die Feuerwehr oder THW frei üben können. Wenn wir das alles zusammennehmen, muss man sich doch letztlich die Frage stellen: „Will man uns überhaupt noch?“

 

Wir sind bereit unsere Arbeit weiterhin zu tun und wie bisher zu arbeiten aber wir erwarten, dass die Rahmenbedingungen politisch gelöst werden. Sowohl das Problem der Unterkunft der Wasserrettung als auch das Sportstättenproblem. Dahingehend wurde der Verbandsgemeinderat informiert. Sollten die Probleme nicht lösbar sein, werden unsere ehrenamtlichen Kräfte nicht mehr zur Verfügung stehen und wir werden als Vorstand die Auflösung der DLRG Ortsgruppe Kordel e.V. in die Wege leiten müssen. 

 

Wenn man uns noch will, dann bitten wir dies kund zu tun und uns zu unterstützen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Der Vorstand der DLRG Ortsgruppe Kordel e.V.